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Deutsche Präpositionen: Akkusativ, Dativ, Genitiv und Wechselpräpositionen

Deutsche Präpositionen bestimmen, welcher Fall folgt: Akkusativ, Dativ, Genitiv oder je nach Kontext beides bei Wechselpräpositionen. Diese Übersicht zeigt alle vier Gruppen, feste Verb-Präposition-Kombinationen und typische Fehler auf einen Blick.

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Was sind Präpositionen und welchen Fall verlangen sie?

Präpositionen wie "mit", "für" oder "wegen" verlangen von dem folgenden Substantiv oder Pronomen einen bestimmten Fall. Diese Eigenschaft heißt Rektion. Manche Präpositionen stehen fest mit Akkusativ, Dativ oder Genitiv, andere wechseln je nach Satzzusammenhang.

Eine Präposition drückt die Beziehung zwischen zwei Satzelementen aus, etwa Ort, Zeit, Grund oder Art und Weise. Sie steht nie allein. Akkusativpräpositionen wie "für" verlangen den Akkusativ ("für den Mann"), Dativpräpositionen wie "mit" verlangen den Dativ ("mit dem Mann"), Genitivpräpositionen wie "wegen" verlangen den Genitiv ("wegen des Mannes"). Eine vierte Gruppe, die Wechselpräpositionen, wechselt je nach Kontext zwischen Akkusativ und Dativ. Wer die 4 deutschen Fälle noch nicht sicher unterscheidet, findet eine ausführliche Erklärung unter /de/grammatik/faelle/.

Eine Präposition kann außerdem Teil eines Präpositionalobjekts sein, also eines Satzglieds, das fest an ein Verb gebunden ist. Bei "warten auf jemanden" gehört "auf" untrennbar zum Verb "warten" und bestimmt gleichzeitig den Akkusativ. Solche Verb-Präposition-Kombinationen lassen sich nicht aus der allgemeinen Fallregel ableiten. Sie müssen einzeln gelernt werden, ähnlich wie Vokabeln. Eine Analyse von 206 Suchanfragen zum Thema Präpositionen bei Examinizer ergab: 29 Anfragen (14,1%) betrafen konkrete Verb-Präposition-Paare wie "sich interessieren für" oder "sich verlassen auf", nicht allgemeine Kasusregeln. Weiterführende Grammatikthemen stehen unter /de/grammatik/.

Die vier Gruppen deutscher Präpositionen: Vergleichstabelle

Gruppe Fall Beispiele
Akkusativpräpositionen Akkusativ für, gegen, ohne, um, durch
Dativpräpositionen Dativ mit, nach, bei, seit, von, aus, zu
Genitivpräpositionen Genitiv während, trotz, wegen, statt
Wechselpräpositionen Akkusativ bei Bewegung, Dativ bei Position in, an, auf, über, unter, vor, hinter, neben, zwischen

Bei den 9 Wechselpräpositionen entscheidet die Frage über den Fall: "Wohin?" verlangt Akkusativ ("Er legt das Buch auf den Tisch"), während "Wo?" Dativ verlangt ("Das Buch liegt auf dem Tisch"). Diese Unterscheidung bereitet vielen Lernenden ab Niveau A2 Schwierigkeiten, lässt sich aber mit der Bewegungsfrage zuverlässig lösen.

Genitivpräpositionen werden in der gesprochenen Sprache oft auch mit Dativ verwendet ("wegen dem Wetter" statt "wegen des Wetters"). Im schriftlichen Standarddeutsch, etwa in Prüfungen oder offiziellen Dokumenten, bleibt jedoch der Genitiv die einzig korrekte Form. Diese vier Kasusgruppen sind eine häufige Fehlerquelle auf A2- bis B1-Niveau. Verb-Präposition-Kombinationen wie "sich bewerben um" folgen dagegen keiner dieser Regeln und werden im nächsten Abschnitt behandelt.

Feste Verb-Präposition-Kombinationen (Rektion)

Manche Verben verlangen im Deutschen eine ganz bestimmte Präposition, die nicht austauschbar ist: "sich bewerben um", "denken an", "träumen von". Diese Kombinationen bilden feste Einheiten. Man lernt die Präposition nicht isoliert, sondern zusammen mit dem jeweiligen Verb.

Wer "denke an" durch "denke von" ersetzt, macht einen Fehler, der nicht mit den üblichen Kasusregeln zu erklären ist, sondern auf falscher Rektion beruht. In der bereits erwähnten Analyse betrafen 29 von 206 Suchanfragen (14,1%) genau solche Verb-Präposition-Paare. Die Zahl bestätigt ein Muster: Lernende kennen oft die Bedeutung eines Verbs, aber nicht die feste Präposition dahinter.

Aus dieser Verb-Präposition-Verbindung entsteht ein Präpositionalobjekt, ein Satzglied, das weder frei wählbar noch logisch herleitbar ist. Deshalb hilft es wenig, Präpositionen isoliert auswendig zu lernen. Sinnvoller ist es, jedes Verb direkt mit Präposition und Kasus als festes Paar zu notieren, etwa "sich freuen auf + Akkusativ" für Zukünftiges und "sich freuen über + Akkusativ" für Vergangenes oder Gegenwärtiges. Weitere Beispiele: "leiden unter + Dativ", "sich erinnern an + Akkusativ", "abhängen von + Dativ".

Regelmäßiges Training solcher Paare reduziert typische Fehler in Prüfungssituationen. Nach etwa 20 bis 30 wiederholten Übungen pro Verbgruppe wird die Verbindung aus Verb und Präposition meist automatisch abrufbar.

CEFR-Niveaustufen: Wann Präpositionen gelehrt werden (A1-C2)

Der Europarat definiert im CEFR-Framework sechs Niveaustufen von A1 bis C2. Präpositionen werden schrittweise nach grammatischer Komplexität über diese Stufen verteilt, nicht auf einmal gelehrt.

Auf A1 und A2 lernen Deutschlernende zunächst grundlegende Dativ- und Akkusativpräpositionen des Alltags, etwa "in", "mit" und "für". Diese decken einfache Aussagen über Orte, Zeiten und Begleitung ab. Ab B1 kommen die neun Wechselpräpositionen hinzu, die je nach Bewegung oder Position zwischen Akkusativ und Dativ wechseln.

Auf B1 und B2 treten außerdem erste feste Verb-Präposition-Kombinationen auf, etwa "warten auf" oder "sich interessieren für". Diese Rektion bereitet vielen Lernenden besondere Schwierigkeiten, weil sie sich nicht aus Kasusregeln ableiten lässt. Verben wie "sich bewerben um" oder "träumen von" tauchen in Alltagssprache und Prüfungen ständig auf, weshalb sie über B1 bis B2 systematisch vertieft werden.

Auf C1 und C2 folgen Genitivpräpositionen wie "während" oder "aufgrund" sowie komplexe Präpositionalobjekte, wie sie in formeller und akademischer Sprache vorkommen. Wer wissen möchte, auf welcher Stufe die eigenen Präpositionskenntnisse aktuell liegen, findet unter /de/tests/ eine Einstufung des eigenen Sprachniveaus. Diese Einstufung ersetzt keine akkreditierte Sprachprüfung, gibt aber eine Orientierung für die weitere Lernplanung.

Häufige Fehler bei deutschen Präpositionen

Vier Fehlertypen tauchen bei Präpositionen immer wieder auf: falscher Kasus bei Wechselpräpositionen, falsche Präposition bei festen Verben, Genitivpräpositionen im falschen Kasus und fehlende Kontraktionen. Wer diese vier Muster kennt, korrigiert die meisten eigenen Texte selbst.

Bei Wechselpräpositionen wie "in", "auf" oder "an" entscheidet die Frage nach Bewegung oder Position über den Kasus. "Ich stelle das Buch in das Regal" verlangt Akkusativ, weil eine Bewegung stattfindet, während "Das Buch steht in dem Regal" den Dativ braucht, weil sich der Ort nicht ändert. Diese Unterscheidung bleibt auch auf B1- und B2-Niveau eine der häufigsten Fehlerquellen.

Feste Verb-Präposition-Kombinationen folgen keiner logischen Regel. "Warten für" statt "warten auf" ist ein klassisches Beispiel, ebenso "sich freuen über" statt "auf" bei zukünftigen Ereignissen. Solche Verwechslungen erklären einen Großteil der 14,1% aller Präpositionsanfragen, die sich laut Examinizers Keyword-Analyse gezielt auf einzelne Verben beziehen statt auf allgemeine Kasusregeln.

Genitivpräpositionen wie "wegen", "trotz" oder "während" werden in der gesprochenen Sprache oft fälschlich mit Dativ kombiniert, also "wegen dem Wetter" statt "wegen des Wetters". Auch fehlende Kontraktionen fallen auf: "zu dem Bahnhof" statt "zum Bahnhof" klingt nicht falsch, wirkt aber unnatürlich. Wer diese vier Fehlertypen gezielt mit Verb-Präposition-Paaren übt, senkt die Fehlerquote in Prüfungen spürbar, meist schon nach wenigen Wochen regelmäßigen Trainings.

Häufig gestellte Fragen

Die klassischen Akkusativpräpositionen sind für, gegen, ohne, um und durch. Sie verlangen immer den Akkusativ, unabhängig vom Kontext.
Wechselpräpositionen wie in, an, auf oder über stehen mit Akkusativ bei einer Bewegung (Wohin?) und mit Dativ bei einer Position (Wo?). Es gibt 9 solcher Präpositionen im Deutschen.
Am effektivsten ist es, Verb und Präposition als feste Einheit zu lernen, z.B. 'sich freuen auf' statt Verb und Präposition getrennt zu üben. Gezielte Übungen und Beispielsätze festigen diese Rektion nachhaltig.
Häufige Genitivpräpositionen sind während, trotz, wegen und statt. In der gesprochenen Sprache wird nach ihnen oft umgangssprachlich der Dativ verwendet, korrekt ist jedoch der Genitiv.
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